





SYNTAX IN SPACE - FILM
Kurzfilm
Regie
Fabiane Kemmann
Produktion
Fabiane Kemmann, Michael Donath
Mit
Lutz Förster, Pierre Geagea, Alexandra Aidu
Musik
Nico van Wersch
Kamera, Postproduktion
Aleko Gotscheff
Text
Heiner Müller, Fabiane Kemmann, Franz Kafka
Choreografie
Pierre Geagea, Anna Seymour
Kostüm
Nina Kroschinske
Bühne
Christian Kleemann
Untertitel
Ann Cotten
Additional Support
Gerd Sälhoff
Tonmischung
Reimund Hornig
Kurzfilm










Syntax in Space - Lutz Förster
Im Bruchteil einer Sekunde, kurz vor seinem Tod, sieht SYNTAX IN SPACE’s Protagonist sein Leben wie einen Traum vor sich. Er sitzt im Backstage des Theaters einer verlassenen Stadt. Da erblickt er sich selbst, wie er als Kind in Rüstung, Harnisch und Visier auf sich zugeht. In dem Augenblick, in dem er sein Gesicht sieht, gibt er sich der Begegnung hin. Er geht in den Raum seiner inneren Landschaft und seiner Erinnerung; er sieht sich als jungen Mann in der Nähe einer Frau. Weiter in die verlassene Stadt wandernd stößt er auf die Geschichte seines Landes. Als er sich fragt: „Warum wachst du?“, spürt er ihre Verbindung zur Gegenwart und wacht auf mit der Gewissheit: „Einer muss wachen.“
In SYNTAX IN SPACE verschmelzen verschiedene Welten und ihre einzigartigen Sprachen zu einem Ganzen – durch die Kraft des gesprochenen und gebärdeten Worts, die Kraft von Körpersprache im Raum und die Kraft des Films. Gemeinsam formen sie das stille Enigma luzider Träume, das widersprüchliche Erleben der inneren Landschaft, durch die der von Lutz Förster verkörperte Protagonist in Gedanken wandert. In der Compagnie von Pina Bausch tanzte Förster über 40 Jahre ein Solo in Gebärdensprache und zum ersten Mal seit seinem Verlassen der Compagnie 2016 kehrt er für SYNTAX IN SPACE zu auf Gebärdensprache basierenden Künsten zurück – in Begegnung mit dem gehörlosen Tänzer Pierre Geagea und der jungen Tänzerin Alexandra Aidu. Gleichzeitig spricht er von der Wanderung des Protagonisten in den Worten von Heiner Müller, Franz Kafka und Fabiane Kemmann. Sie gliedern den Film in drei Akte, zu einem in Schichten komponierten Soundtrack von Nico van Wersch, gedreht in der nahe Berlin gelegenen, ehemals größten sowjetischen Militäranlage außerhalb der Sowjetunion, die heute verlassen ist.
SYNTAX IN SPACE ist Gewinner des Art Visuals & Poetry Film Festivals Wien 2026
JURYSTATEMENT
PROLOG von Prof. Dr. Martina Pfeiler: Mich persönlich hat die poetische und kommunikative Offenheit des Films beeindruckt, die multimodale Übersetzbarkeit von Poesie durch den Einsatz von Tanz – wie dargestellt durch den tauben libanesischen Künstler Pierre Geagea, der Tanz mit britischer und libanesischer Gebärdensprache verbindet, gemeinsam mit seiner ebenso bemerkenswerten Tanzpartnerin Alexandra Aidu. Die PerformerInnen tanzen die Gebärdensprache mit einer so ungezwungenen choreografischen Klarheit und visuellen Präzision, dass es meine Wahrnehmung von Poesie und ihrer Akzessibilität verändert hat.
LAUDATIO In „Syntax in Space“ tritt Kemmanns eigenes Gedicht „Hieroglyphe“ in einen dem Zuschauer lange nachgehenden Dialog mit Heiner Müllers Gedicht „Traumwald“ (veröffentlicht 1996), das den Film im ersten Akt eröffnet. Franz Kafkas Prosastück „Nachts“ (entstanden um 1920) schließt den Film. Das poetische Voiceover aller drei Akte spricht Lutz Förster, ein renommierter deutscher Darsteller, der große Erfahrung in Gebärdensprache hat und Syntax im Raum kreiert.
In diesem kombinatorischen Remix aus Vergangenheit und Gegenwart präsentiert der Film die drei poetischen Akte als performative Reflexion des liminalen Raums zwischen Leben und Tod, Traum und Erinnerung, Schwarz und Weiß, Schatten und Licht, Jung und Alt (und die Liste ließe sich fortsetzen).
"Syntax in Space" ist durchzogen von einem hypnotischen Soundtrack Nico van Werschs und spielt in der Nähe von Berlin im ehemaligen Hauptquartier der Roten Armee, das heute verlassen ist.
Nach Fabiane Kemmanns Beschreibung ist alles verbunden durch das „innere Auge“ des Protagonisten, „wie in einem luziden Traum. […] Er ergibt sich der inneren Landschaft seiner Erinnerung. Er sieht sich selbst als jungen Mann bei einer Frau; weiter durch die verlassene Stadt wandernd, zieht er durch die Geschichte seines Landes: „Einer muss wachen. Einer muss da sein.“
In den fragilen Zeiten dieser Tage wird der Satz zur eindringlichen Erinnerung für jeden von uns, wach zu bleiben: „Einer muss da sein.“
Aktuelle Daten:
9.-11. Oktober 2026 Moovie Festival, Köln
4.-7. Juni 2026 Zebra Poesiefestival Berlin, Silent Green
KINOPREMIERE 4. Dezember 2025, Berlin, Brotfabrik Kino, 20 Uhr
Verleih: Partisan Filmverleih
Syntax in Space ist Teil des gleichnamigen LYRIK-GEBÄRDENTANZ-MUSIK-APPLIKATIONSSPIELS IM DIGITALRAUM FÜR 3 TÄNZER*INNEN, 6 BRATSCHEN UND PERKUSSION nach einer originalen Idee von Michael Donath.





